Geschichte

Geschichte

Über Jahrhunderte hinweg waren Landwirtschaft und Handwerk die Lebensgrundlage von Birlenbach-Fachingen. Eine wichtige Änderung begann im Jahr 1742 mit der Aneignung des Fachinger Mineralbrunnens durch das Fürstenhaus Oranien. Nach Fassung der Quelle und Erschließung eines bald bis in die niederländischen Kolonialgebiete reichenden Absatzmarktes wurde das Fachinger Wasser ein bedeutender regionaler Wirtschaftsfaktor.

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts kam es mit Beginn der Industrialisierung zu zwei weiteren einschneidenden Veränderungen: 1856 wurde der Vortrieb des Fachinger „Erbstollens“ als Zugang zu reichhaltigen Eisen- und Manganerzvorkommen begonnen und 1862 nahm die Lahntalbahn ihren Betrieb auf. Damit begann über Verladeeinrichtungen am Fachinger Bahnhof eine regelmäßige Beschickung von nassauischen und später auch preußischen Hüttenwerken mit Erzen aus den Gemarkungen Birlenbach, Schönborn und Schaumburg. 1888 kam mit dem Kruppschen Kalksteinbruch am Fachinger Ortseingang ein Tagebau hinzu. Hier wurde zunächst Hochofenkalk für Krupp, später Kalk für bauliche und industrielle Zwecke, gewonnen.

Der Bahnbetrieb selbst und das Limburger Eisenbahnausbesserungswerk entwickelten sich zu einem wichtigen Arbeitgeber für Einwohner aus der Gemeinde Birlenbach-Fachingen. Mineralbrunnen, Bergbau und Eisenbahn machten vor allem den Ortsteil Fachingen zu einem Arbeiterort, während Birlenbach noch bis weit ins 20. Jahrhundert von Landwirtschaft und Handwerk geprägt blieb.

Heutige Situation

Nach dem Zweiten Weltkrieg musste der Erzbergbau endgültig aufgegeben werden. Der Kalksteinbruch – heute Naturschutzgebiet – konnte sich noch bis 1972 halten. Etwa zu dieser Zeit begann auch die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe abzunehmen, ebenso die Zahl der Handwerks-, Bau-, Kleingewerbe- und Gastwirtschaftsbetriebe. Viele Einwohner wurden Pendler zu mehr oder weniger nahegelegenen Arbeitgebern.

Über alle Umbrüche hinweg blieb der Fachinger Mineralbrunnen durch stetige Anpassungen und Modernisierungen ein Stabilitätsanker. Er ist unter dem heutigen Namen „Fachingen Heil- und Mineralbrunnen GmbH“ die bei weitem größte ortsansässige Firma. Daneben bestehen wenige landwirtschaftliche Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe, außerdem Handwerksbetriebe, Gewerbe- und Baubetriebe, Dienstleiter und Onlinehändler. Als touristisches Ziel ist Birlenbach-Fachingen bislang erst ein Geheimtipp. Aber eine Änderung zeichnet sich ab und es gibt bereits mehrere Ferienwohnungen.

Birlenbach-Fachingen